Chronik

Vom Verschönerungs- zum Bürgerverein

1880 – 1888 Ein zaghafter Fremdenverkehr setzt ins Bröltal ein. In dem ersten bekannten „Führer durch das Brölthal“ aus dem Jahre 1885 heißt es dazu unter anderem: „Das Gastgewerbe ist vor allem in Felderhoferbrücke, dem wohl schönsten Punkt des Brölthales, und in Schönenberg, einem schmucken Kirchdörfchen, recht ansehnlich. Auch Ruppichteroth bietet gastliche Einkehr sowie angenehmen Aufenthalt und ist auf die Aufnahme und sorgsame Verpflegung von Sommergästen vortrefflich eingerichtet. Hinter Ruppichteroth verflacht sich aber allmählich die Gegend.“

1888 Sanitätsrat Dr. Moritz Herzfeld (1860-1931), der sich Anfang des Jahres 1887 im Alter von 26 Jahren als praktischer Arzt, Wundarzt und Geburtshelfer in Ruppichteroth niedergelassen hat, gründet mit gleichgesinnten Bürgern des Ortes den Verschönerungsverein Ruppichteroth (VVR) und wird dessen Präsident.

1894 Im ältesten Adressbuch des Siegkreises belegt der VVR unter den darin eingetragenen insgesamt 14 Vereinen der Bürgermeisterei Ruppichteroth mit 50 Mitgliedern den 6. Platz.

1900 Der VVR wird umbenannt in Gemeinnütziger Verein Ruppichteroth (GVR).

1900-1914 Die Schwerpunkte der Arbeit des GVR in der „guten alten Zeit“ um 1900 bis zum Beginn des 1. Weltkrieges im Jahre 1914 sind: Förderung des Fremdenverkehrs durch Werbeschriften, Theateraufführungen,  Benefizkonzerte und patriotische Feste, Finanzierung der ersten elektrischen Straßenbeleuchtung, Verbesserung des Fahrplanes des Brölbähnchens, Einsatz für die Ansiedlung von Unternehmen, Einsatz für die Stationierung eines Fußgendarmen im Ort, Verschönerung des Ortes.

1924 Die 36-jährige Amtszeit von Sanitätsrat Dr. Moritz Herzfeld als Präsident und Vorsitzender des VVR bzw. GVR endet. In der Mitgliederversammlung des GVR am 19. September 1924 übernimmt Lehrer Walter Harhaus (1881-1926), Schulleiter der ev. Volksschule in Ruppichteroth, den Vorsitz des Vereins.

1927 Nachdem Lehrer Walter Harhaus am 7. März 1926 im Alter von gerade einmal 44 Jahren verstorben war, übernimmt Dr. Albert Brummenbaum (1892-1953) in der Mitgliederversammlung am 26. April 1927 den Vereinsvorsitz.

1927-1939 Die Schwerpunkte der Arbeit des GVR in den noch verbleibenden Jahren der Weimarer Republik sind: Einsatz für die Niederlassung eines Dentisten und eines Tierarztes im Ort sowie für die Errichtung einer Apotheke (heutige „Bröltalapotheke“), Forderung der Bereitstellung von preisgünstigen Baugrundstücken im noch kaum bebauten Ruppichterother Unterdorf, Ausbau des Wasserleitungsnetzes vom „Juliusstollen“ aus, Koordinierung der jährlichen Feierlichkeiten zur Ehrung der gefallenen Soldaten (damals sog. „Heldengedenktag“), Kampf gegen die „Verkehrsnöte auf der kurvenreichen Provinzialstraße Hennef-Ruppichteroth-Waldbröl“ sowie Vorgehen gegen die „schlechten Eisenbahnverhältnisse im Bröltal“, Verschönerung des Ortes mit Teilnahme am damals bereits existierenden „Schönheitswettbewerbes der Dörfer“.

1939-1945 Aufgrund des 2. Weltkrieges ruht die Vereinsarbeit.

1947 Dipl.-Ing. Friedrich Wilhelm Willach (1899-1983), Inhaber der Firma Gebr. Willach GmbH in Ruppichteroth und seit 1929 formal der Schriftführer des GVR, betreibt über Jahre hinweg ganz alleine die Vereinsarbeit und fungiert dabei quasi als 1. Vorsitzender mit der Folge, dass der GVR in der Öffentlichkeit auch als „Ein-Mann-Verein“ bezeichnet wird.

1962 In der Mitgliederversammlung am 30. Mai 1962 wird Dipl.-Ing. Friedrich Wilhelm Willach zum Ehrenvorsitzenden des GVR ernannt sowie auch ein neuer Vorstand gewählt mit Lehrer Leo Menzel (1921-1983) als 1. Vorsitzendem. Themen sind u.a.: Verbesserung der verkehrsmäßigen Anbindung von Ruppichteroth, Verschönerung des Ortes, Aufstellung und Pflege von Wandertafeln und Ruhebänken.

1972 Hans Zanders (1922-2014) übernimmt den Vereinsvorsitz. Der zentrale Leitsatz des GVR in dieser Zeit lautet: „Unser Dorf muß noch schöner werden!“

1978 Dr. med. Dieter Schnell wird zum 1. Vorsitzenden gewählt. Gleichzeitig wird der Verein umbenannt in Bürgerverein Ruppichteroth (BVR).

1981 Der BVR ist gemeinsam mit dem Bürgerverein Schönenberg, dem Heimatverein Hänscheid und dem Heimatverein Winterscheid Organisator der 850-Jahr-Feierlichkeiten in der Gemeinde Ruppichteroth. Ferner werden regelmäßig Theateraufführungen sowie Gewerbe- und Handwerksausstellungen in der Bröltalhalle organisiert.

1988 Zur 100-Jahr-Feier des BVR wird am 14. Oktober 1988 in der Bröltalhalle ein Folklore-Abend gefeiert.

1990 Der Rektor der Hauptschule Ruppichteroth, Norbert Wurtscheid, übernimmt den Vorsitz des BVR. Die Begründung des Schweigemarsches am 9. November eines jeden Jahres zum jüdischen Friedhof sowie die Herausgabe des jährlichen Veranstaltungskalenders fallen in diese Zeit. Dr. Dieter Schnell wird zum Ehrenvorsitzenden des BVR ernannt.

1996 Wolfgang Steimel wird zum 1. Vorsitzenden gewählt. Herausragendes Projekt, das er initiiert, ist die „Döörper Weihnacht“ im Ruppichterother Oberdorf (seit 1995 bis heute).

2010 Heribert Schwamborn (Kämmerer der Gemeinde Ruppichteroth) übernimmt den Vereinsvorsitz. Wolfgang Steimel wird zum Ehrenvorsitzenden des BVR gewählt.

2013 Der BVR feiert sein 125-jähriges Bestehen in der Bröltalhalle (u.a. mit Herausgabe eines Jubiläumsbuches).

2014-2016 Unter Federführung des BVR (in Person von Wolfgang Steimel und Hans-Peter Hohn) nimmt der Ort Ruppichteroth zum ersten Mal in seiner Geschichte an dem Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teil und erringt auf Anhieb im Kreiswettbewerb 2014 Gold, im Landeswettbewerb 2015 ebenfalls Gold sowie im Bundeswettbewerb 2016 Silber.

2016 Zum ersten Mal wird eine Frau zur Vereinsvorsitzenden gewählt: Karin Argendorf, geb. Steimel. Stellvertretende Vorsitzende wird gleichzeitig: Janine Gürke, geb. Seuthe.